Das Dream Team | Schaumburger Wochenblatt

27.03.2025 15:10

Das Dream Team

Vikar Wilhelm Köhler. (Foto: privat)
Vikar Wilhelm Köhler. (Foto: privat)
Vikar Wilhelm Köhler. (Foto: privat)
Vikar Wilhelm Köhler. (Foto: privat)
Vikar Wilhelm Köhler. (Foto: privat)

Barcelona, 1992. Die Mission ist klar: eine olympische Goldmedaille im Basketball.

Barcelona, 1992. Die Mission ist klar: eine olympische Goldmedaille im Basketball.

Für diese Aufgabe wird das beste Team aller Zeiten zusammengestellt, das „Dream Team“. Jeder Basketball-Fan weiß, welche Mannschaft mit diesem Begriff gemeint ist. Die amerikanische Basketball-Nationalmannschaft bestand bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona ausschließlich aus Jahrhundertspielern wie Michael Jordan, Magic Johnson, Scottie Pippen und Larry Bird. Sie spielten derart überragend, dass selbst die überrumpelten Gegner dankbar schienen, einer solchen historischen Stunde beiwohnen zu dürfen. Ein echtes Traumteam. Mit Leichtigkeit gelang diesem Team das, woran niemand auch nur einen Augenblick zweifeln konnte: Gold für die USA.

Israel, vor 2000 Jahren. Die Mission ist klar: sein baldiges Ende vor Augen beruft Jesus zwölf Jünger, die nach seinem Tod in alle Welt gehen sollen. Jeder soll seine Worte und seine Botschaft zu hören bekommen. Für diese Aufgabe sucht sich Jesus sein eigenes Dream-Team zusammen.
Wen kann man für so eine Aufgabe berufen? Wen würden Sie berufen? Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und hätte ein paar Vorschläge: Elon Musk, der reichste Mann der Welt, der unsere Kampagne finanzieren wird; Juli Zeh, eine begabte Schriftstellerin, die unsere Botschaft in schöne Worte kleiden kann; Günther Jauch als bekanntes Gesicht und Aushängeschild. Hätten Sie noch weitere Vorschläge? Wer eignet sich für diese Aufgabe?

Ganz anders Jesus. Seine Wahl fiel nicht auf reiche, begabte und bekannte Menschen. Er berief keine Gelehrten, keine großen Redner und keine berühmten Persönlichkeiten. Er suchte sich einfache, ungebildete Fischer aus der hinterwäldlerischen Provinz Galiläa aus. Die Bibel berichtet davon, wie sich die Menschen in Jerusalem lustig machen über diese schlichten Männer und ihren auffälligen Dialekt. Wie konnte sich Jesus für diese wichtige Aufgabe nur so eine Gurkentruppe aussuchen?

Der Umstand, dass Sie heute in Nordeuropa in der Zeitung eine christliche Kolumne lesen, spricht dafür, dass die zwölf Männer, die mit dieser Mission beauftragt worden sind, erfolgreich waren. Unglaublich, wenn man darüber nachdenkt! Wir leben über 3000 km (Luftlinie) von Jerusalem entfernt und kennen alle den Namen eines Mannes, der dort vor 2000 Jahren gekreuzigt wurde. So schlecht können die von Jesus ausgesuchten Männer nicht gewesen sein. Wobei: vielleicht waren es die zwölf Jünger gar nicht allein. Vielleicht lag ihr Erfolg vor allem daran, dass Gott ihnen geholfen hat. Denn wir dürfen darauf vertrauen: wenn Gott uns einen Auftrag gibt, dann hilft er uns auch dabei, ihn auszuführen.

Für manches Problem in unserem Umfeld wissen wir, was getan werden müsste. Wie lange wollen wir noch darauf warten, dass andere vorbeikommen und sich kümmern? Vielleicht sagt uns Gott in diesem Augenblick: ‚Ich berufe dich für diese Aufgabe‘. Denn Gott arbeitet damals wie heute viel lieber mit einer Gurkentruppe als mit einem Dream Team.


Dirk Sassmann
Dirk Sassmann

DS

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