Die Stimmung kochte schon am frühen Vormittag über: „Von der Wiege bis zur Bahre, ohne Damen geht es nicht”, singen die Fürstenrottbrüder aus voller Kehle das Widmungslied „Den Damen” von 1937.
Dieses Glanzstück hatte Erich Hasemann aus seiner Lieder-Schatzkiste gegraben. „Er ist eben ein alter Charmeur”, sagt Rottmeisterin Gerlinde Gebhardt, die am ersten Schützenfesttag ein zünftiges Dirndl in Rosa trug. Mit seinen 90 Jahren ist Hasemann ein Urgestein des Fürstenrotts. Jedes Jahr aufs Neue lässt er es sich nicht nehmen, mit seinen Rottbrüdern das traditionelle Schützenfest zu feiern. Doch der gelernte Schneider sorgt nicht nur für die Damen: Für Ralf Hille und Friedrich Böning nähte er maßgeschneiderte Stresemann-Hosen. Natürlich im Schneidersitz, so Hille, der zum Beweis dem Schaumburger Wochenblatt ein Foto des nähenden Hasemann zeigte. Besonders sein verschmitzter Humor zeichne Hasemann aus, so Rottmeister Harald Gebhardt. Geehrt wurde von Rottmeister Gebhardt auch Wolfgang Barembruch, der seit 30 Jahren - im wahrsten Sinne des Wortes - die Stange hält, nämlich als Fahnenträger.
Währenddessen platzte das Festzelt fast aus allen Nähten. Ausgelassen sangen und klatschten die Rottbrüder begleitet von den „Schaumburger Oldies” im Takt. „Sorgen brauche ich mir nicht machen”, sagt Gebhardt, „das Rott ist voll”.
Diese Aussage könnte man zwar auch anders auslegen, gemeint hat der Bückeburger allerdings die große Anzahl der Rottmitglieder.
Und bei solch angenehmen Temperaturen, darf es im Zelt ruhig mal etwas „kuscheliger” werden. Foto: wa