Binnen eines halben Jahres hat sich das Aussehen der Altenhäger Ortsmitte grundlegend verändert. Auf einem Teilbereich des früheren landwirtschaftlichen Gehöfts Riebe konnte ein Buswendeplatz angelegt werden. Die Maßnahme war zwar schon vor längerer Zeit als Zuschussprojekt im Rahmen der Dorferneuerung beantragt worden; doch die Entscheidung ließ zunächst auf sich warten. Im späten Frühjahr aber ging alles ganz schnell: 101.000 Euro wurden bewilligt mit der Maßgabe, dass die Investition bis Ende Oktober abgeschlossen sei. Das haben Kommune und beteiligte Baufirma gerade rechtzeitig geschafft. Jetzt zog Messenkamps Rat nach. Mit einem zweiten Nachtragshaushalt wurden die Einnahmen und Ausgaben gegenüber gestellt. Danach kostet der Ausbau insgesamt 266.800 Euro, zu denen der Landkreis Schaumburg für die Erneuerung der Bachbrücke 68.000 Euro und die Samtgemeinde Rodenberg für neue Schmutz- und Regenwasserleitungen 43.000 Euro beisteuerte. „Hier ist eine Menge passiert”, kommentierte Gemeindedirektor und Kämmerer Uwe Heilmann bei der Vorstellung des Zahlenwerks, „so einen hohen Vermögenshaushalt hat Messenkamp noch nie abgewickelt”. Der Ausgleich der Kosten konnte durch deutlich höhere Gewerbesteuereinnahmen erfolgen: Statt zunächst veranschlagter 54.000 Euro werden es 94.000 Euro sein.
Heilmann gab sich optimistisch, dass Messenkamp durch das Projekt nicht in eine finanzielle Schieflage geraten sei: „Ich erwarte einen positiven Abschluss des Rechnungsjahres.” SPD-Sprecher Hans-Jürgen Müller erinnerte an weitere große Investitionen in der jüngeren Vergangenheit und lobte die Verwaltung für deren umsichtiges Agieren: „Wir haben in den letzten Jahren hier viel wuppen können.”
Das geplante neue Buswartehäuschen wird jedoch möglicherweise erst im Frühjahr kommen. Designer Andreas Schulz, Künstlerin Eva-Susann Karsthof und Grafikerin Marion Jaschke-Kowalski, die in der Nähe des neuen Platzes wohnen, haben dem Rat auf Anregung von Bürgermeister Frank Witte einen möglichen Entwurf vorgelegt. Danach sollen die Wände durch aufgeschichtete Sandsteine entstehen, die durch kleine Fenster aus bruchsicherem Glas unterbrochen sind. „Eine sehr gute Idee”, befand Müller die gewollte „Symbiose von Alt und Neu”. Die Anregung von Gerd Lohmann (SPD), anstelle eines Pultdachs ein Satteldach vorzusehen, griff Schulz, der als Zuhörer an der Sitzung teilnahm, sofort auf: „Auch das ist jederzeit möglich.” Udo Meyer (CDU) verwandte zwar den Begriff „Luxusbau”, begrüßte aber ebenfalls die aktuellen Überlegungen. Lohmann sah in dem „Projekt zum Hingucken” einen weiteren Vorteil: „Das animiert nicht zum Verschmieren.”
Da der Rat einmütig zu den Ideen nickte, sollen nun die Kosten ermittelt werden. Den größten Teil des Aufwands dürfte jedoch der Landkreis Schaumburg tragen, der die Modernisierung von Buswartehäuschen mit bis zu 90 Prozent bezuschusst. Foto: al