Das heimische UNICEF-Team ist durch eine ARD-Dokumentation vom Oktober letzten Jahres mit dem Thema „Schmutzige Schokolade” aufgerüttelt worden. Kakaoplantagen befinden sich in den westafrikanischen Staaten Elfenbeinküste, etwa 42 Prozent der Weltproduktion wird hier erzeugt, Ghana, Nigeria und Kamerun sowie in Südamerika, Indonesien und Malaysia. Auf den Plantagen in der Elfenbeinküste sollen laut ARD-Monitor vom 13. September 2007 mehr als 600.000 Kinder arbeiten. Dazu kommen laut UNICEF auch rund 200.000 Kindersklaven aus den Nachbarländern wie Burkina Faso und Mali, die für etwa 230 Euro gehandelt werden.
Diese Kinder sind zwischen 10 und 14 Jahre alt und müssen bis zu 15 Stunden am Tag arbeiten. Dazu gehört das Tragen schwerer Lasten, der Umgang mit giftigen Substanzen und mit der Machete, wodurch Verletzungen und Gesundheitsschäden entstehen.
2001 hat die Elfenbeinküste gemeinsam mit der multinationalen Schokoladenindustrie das „Harkin-Engel-Protokoll” unterzeichnet. Er enthält die Verpflichtung, den Kinderhandel und die schlimmsten Formen der Kinderarbeit aus der Kakaoproduktion zu verbannen.
Jedoch sind die vereinbarte Frist und auch eine Nachfrist verstrichen, ohne dass wesentliche Verbesserungen eingetreten sind. „150.000.000 Kinder sind unfreiwillig Teil der Weltwirtschaft; die Arbeit auf Kakaoplantagen ist nur ein Teil davon - UNICEF kämpft weltweit gegen Kinderarbeit”, verspricht Hannelore Stühm.
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