Süßes aus dem Pfarrgarten Zur Imkerei gekommen ist Zoske schon vor über 25 Jahren – damals bekam er von seinem Kirchenvorsteher sein erstes Bienenvolk geschenkt. Seine Begeisterung für Bienen und Honig liegt aber noch weiter in der Vergangenheit begründet: „Einer unserer Nachbarn in Stadthagen hatte damals ein Bienenhaus”, erzählt er. „Der hat mich oft mitgenommen und mir alles gezeigt und erklärt. Das fand ich als Kind schon spannend, das hat mich nicht mehr losgelassen.” Und das merkt man auch heute noch, wenn Zoske von seinem Hobby spricht: „Der Duft von Honig und Wachs, dazu die Wärme, die aus dem Stock aufsteigt, wenn man den Deckel abhebt – das ist für mich Lebensqualität, Lebensfreude, Lebensgenuss.” Bei der Herstellung des Honigs geht Zoske folgendermaßen vor: Zunächst einmal braucht er einen geeigneten Standort für seine Bienenvölker. Schon dafür braucht es einiges an Wissen – geografisches, meteorologisches, botanisches und mehr – um einschätzen zu können, ob die Insekten auch tatsächlich die gewünschten Pflanzen anfliegen. „Eine Biene fliegt pro Tag zum Beispiel nicht weiter als drei Kilometer und überquert dabei keine größeren Wasserflächen”, erklärt Zoske. Der Honig, den die Bienen nicht selbst verbrauchen, verarbeitet er schließlich weiter. Das heißt: Er entnimmt die Rahmen, auf denen sich die Waben befinden, aus den sogenannten „Zargen”. Dabei ist wichtig, dass die Waben voll verschlossen und der Honig reif ist – dies stellt der Imker fest, indem er den Wassergehalt misst. Ist das der Fall, werden die Waben entdeckelt und in einer Zentrifuge geschleudert. Der Honig läuft durch ein Sieb, wird so von Unreinheiten und Wachsresten befreit, und wird sofort und stetig gerührt, damit er nicht kristallisiert. Ist die gewünschte „Schmalzigkeit” erreicht, wird das Endprodukt direkt ins Glas gezapft, verdeckelt und etikettiert. Bis zu 25 Kilogramm Honig kann Zoske so pro Bienenvolk gewinnen. Ob tatsächlich die gewünschte Honigsorte entstanden ist, erkennt der Bergkirchener dank seiner Erfahrung an Farbe und Geschmack. Alternativ schickt er eine Probe zur Analyse an das Institut für Bienenkunde in Celle, das vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit betrieben wird. Wenn der Honig nicht wirklich Sortenrein ist – Zoske bietet vor allem Heidelbeerhonig an –, dann muss er auch anders deklariert werden, zum Beispiel als „Frühtracht”, „Sommertracht” oder „Obstblütentracht”. Das stellt ihm und seinen Tieren auch einmal pro Jahr ein „Gesundheitszeugnis” aus. Zudem ist Zoske Mitglied im Imkerverein Stadthagen sowie dem Deutschen Imkerbund. So wird sein Honig von Zeit zu Zeit stichprobenartig geprüft, um sicherzustellen, dass das Produkt von hoher Qualität ist und alle Hygienevorschriften erfüllt werden. Ohne diese Voraussetzungen dürften die Gläser nicht die bekannten Etiketten und das Markenzeichen „Echter Deutscher Honig” tragen. Einzig Ameisen- oder Oxalsäure setzt Zoske von Zeit zu Zeit behutsam ein, um seine Bienen gegen die Varroamilbe zu schützen. „Diese kann einen ganzen Bienenstock in ein, zwei Tagen komplett auslöschen”, erklärt er. Das wäre fatal – nicht nur für den Bienenhalter selbst, sondern auch für den Genusssuchenden am Frühstückstisch. Foto: tr BU 01: Mit Glas und Wab‘: Reinhard Zoske hält in Bergkirchen drei Bienenvölker, jedes einzelne sorgt pro Schleuderung für bis zu 25 Kilogramm Honig. BU 02: Doch nicht nur Honig produziert Zoske selbst: Aus dem Obst, das in seinem Pfarrgarten wächst, fertigt er Brotaufstriche... BU 03: ...und aus dort wachsenden Kräutern verschiedene Salze. Der Erlös aus deren Verkauf kommt der Gemeindearbeit zugute.