Beständig durch den Wandel | Schaumburger Wochenblatt

Beständig durch den Wandel

Sticht auf dem Dach hervor: Eine von insgesamt zwei Lüftungsanlagen. (Foto: tau)
Sticht auf dem Dach hervor: Eine von insgesamt zwei Lüftungsanlagen. (Foto: tau)
Sticht auf dem Dach hervor: Eine von insgesamt zwei Lüftungsanlagen. (Foto: tau)
Sticht auf dem Dach hervor: Eine von insgesamt zwei Lüftungsanlagen. (Foto: tau)
Sticht auf dem Dach hervor: Eine von insgesamt zwei Lüftungsanlagen. (Foto: tau)

Umbau und Modernisierung des Stadttheaters haben eine lange Zeit und viele Arbeitsstunden in Anspruch genommen. Wer allerdings die großen Veränderungen sehen möchte, der muss schon aufs Dach steigen. In dieser Woche hat sich die Presse bei einem Rundgang alles anschauen dürfen.

Man könnte es auf die Formel „Beständig durch den Wandel” bringen, sagt Sebastian Rileit aus dem Fachbereich Gebäudemanagement. 1950 wurde das Stadttheater gebaut. Im November erfolgte die Eröffnungsvorstellung. Der erste deutsche Farbfilm nach dem Krieg wurde hier gezeigt und bis Mitte der 1980er Jahre liefen dann vor allem Kinofilme. Danach lag der Fokus auf Theateraufführungen, Vortragsveranstaltungen, Comedy und Konzerten. Mit rund 100 Quadratmetern ist die Bühne des Stadttheaters immerhin die zweitgrößte Theaterbühne in der Region Hannover. Das lockt bis heute zahlreiche Veranstalter an. ”Gefühlt ist die Auslastung so hoch wie nie”, sagt Martina Scheibe aus dem Fachdienst Kultur und Sport. Gespielt wurde auch schon, als die Handwerker noch Restarbeiten zu erledigen hatten. Das war eine Gratwanderung, so Scheibe.

Statische Herausforderung

Umbauten hat es bereits in der Vergangenheit gegeben. 1965 entstand das Bühnenhaus, das wiederum 1980 aufgestockt und erweitert wurde. Der Balkon kam in dieser Zeit ebenfalls hinzu. 1995 gab es dann Arbeiten am Dach, was jedoch bislang versäumt wurde, war der Sicherheitsaspekt. Gerade in Sachen Brandschutz musste dringend nachgebessert werden. Das nahm die Stadt ab 2021 in Angriff. Das Ergebnis sieht man weniger im Stadttheater selbst, dafür auf dem Dach des Gebäudes. Dort befindet sich eine tonnenschwere Lüftungsanlage. Eine von insgesamt zwei Geräten, die verbaut worden sind. Sebastian Rileit spricht dennoch von einer kompakten Einheit, deren Installation eine statische Herausforderung war. Für die Entrauchungsanlage musste wiederum das komplette Theater geräumt, ein Gerüst aufgestellt und die Decke des Saals geöffnet werden. Gleichzeitig wurde aber auch die Akustik des Saals verbessert. Auch hier galt es, einen Ausgleich zwischen dem musikalischen Klang und den Vorzügen eines Sprechtheaters zu finden. Durch die neue mit Löchern versehene Wandverkleidung aus Kirschholz habe man beispielsweise ein Flatterecho minimieren können.

Weitere Vorhaben in Planung

Eine Besonderheit sind auch die neuen Wandleuchten, die eine Sonderanfertigung der Firma Bega sind und den bisherigen Charme der Spielstätte wiederaufnehmen sollen. Kenner der Spielstätte meinen, dass sei auch gelungen. Nimmt man alles zusammen, auch die Elektrik musste erneuert werden, kann man daher nicht von einer Renovierung sprechen, sondern von einer Sanierung. Neben der Beseitigung von Sicherheitsmängeln ging es aber auch um die Erhöhung der Attraktivität. Und da will man in Zukunft noch weitere Vorhaben umsetzen. Die Neugestaltung des Foyers zum Beispiel steht noch auf der Agenda. In den Jahren 2025 bis 2027 soll auch das Mischpult, mit dem die Bühnentechnik gesteuert wird, einen eigenen Raum (Front of House) bekommen. Dafür wird die Wand zwischen Saal und Foyer geöffnet. Ein Verlust weiterer Sitzreihen lässt sich dabei nicht vermeiden. Garderobe sowie der Bereich für Gastronomie werden verlegt und eine neue Sitzgelegenheit geschaffen. Weitere Toilettenanlagen sind ebenso geplant.

Neuer Caterer engagiert

Bereits in trockenen Tüchern ist der Vertrag mit einem neuen Caterer (wir berichteten). Ab August werden die Gäste im Foyer und in der TheaterBar von der Manufaktur Villa Meyer bewirtet. Sie ist bekannt für ihren hochwertigen Catering-Service, den Feinkost- und Dekoladen in der Alten Bahnhofstraße, exklusive Events im Abteikeller sowie aktuell die Sundowner-Abende vor der Abtei in Wunstorf. Das Villa-Meyer-Team bietet den Theatergästen vor den Veranstaltungen und in den Pausen eine Auswahl an Getränken und Speisen an.

Damit wird auch ein Kritikpunkt abgearbeitet, den eine Studie aufgezeigt hat, die kürzlich in den Gremien vorgestellt wurde. Demnach gebe es nur unzureichende gastronomische Angebote vor und nach dem Theaterbesuch. Mit der Villa Meyer hofft man nun, daran einen Haken setzen zu können. Was bleibt, sind noch Schwächen in anderen Punkten wie etwa einer mangelnden Abstimmung im Hinblick auf andere Veranstaltungen oder fehlende Angebote für Touristen, die am Steinhuder Meer Urlaub machen oder Tagesausflüge unternehmen. Da gibt es noch Raum für Verbesserungen.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)

Freiberuflicher Journalist

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