Von einer Ballonparty, die auf den ersten Blick an einen Kindergeburtstag erinnere, sprach Schulleiter Gerald Splitt. Auf den zweiten Blick hätten die Absolventen – in Anlehnung an das Jahrgangsmotto „Abi Baba und die 40 Unterkurse”– viele Schätze gesammelt: Wissen und Kompetenzen, aber auch Freundschaften. Dabei gestand er ihnen zu: „Lernen hat nicht nur mit Spaß zu tun, sondern auch mit Engagement und Anstrengung.” Weiteres Fachwissen zu erwerben und das Leben zu entdecken, dazu motivierte Bürgermeisterin Marlies Matthias die Schülerschaft: „Ihre Zukunft liegt jetzt in Ihren Händen.” In Zeiten des demografischen Wandels und Fachkräftemangels werden „Sie mit ihren Fähigkeiten gefragt sein”. Dass zwölf Jahre Schule zwar lang, aber noch nicht so lang wie die deutsche Durchschnittsehe mit 13,5 Jahren seien, gab Mike Schmidt den Absolventen mit auf den Weg. Und er deckte in seiner launigen Rede den Grund auf, warum es 2020 kein Abitur gibt –”damit sich alle etwas erholen können, weil Sie so anstrengend waren”. In ernsterem Ton appellierte der Stadtdirektor an die jungen Menschen, als Teil der Demokratie zu „stören”: „Nutzen Sie Ihre Stimme und haben Sie eine Meinung.” Mit den diesjährigen Abiturienten geht ein besonders leistungsstarker Jahrgang ab. Der Notendurchschnitt liegt bei 2,48 – das beste Ergebnis seit den Aufzeichnungen im Jahr 2000, wie Jahrgangsleiter Michael Imhof betonte: „Ein Viertel hat die Eins vor dem Komma.” Das beste Zeugnis erhielten Svea Dankwerth und Moana Witte mit einer glatten 1,0 sowie Alina Günther mit einem Durchschnitt von 1,1. Namentliche Erwähnung fanden auch Aya Shatir und Mustafa Abbas Lali, die als Flüchtlinge an das hiesige Gymnasium gekommen sind und dieses nun als Abiturienten verlassen. Entlassen wird aber auch ein besonders sozialer Jahrgang. Laut Imhof haben sich mehr als 40 Schüler außerhalb des Unterrichts engagiert und dafür das Sozial-Zertifikat erhalten. An die Anfänge dachten die Jahrgangssprecher zurück. An Freundschaften, die zunächst nicht über die eigene Klasse hinausgingen, an den hohen Kakaokonsum in der Cafeteria und an die Lehrer, die sie dazu drängten, auch mal frische Luft zu schnuppern. Die Schüler sind sich sicher: Ohne die Sauerstoffdosis hätten sie das Abitur nicht gewuppt. Die Schulelternratsvorsitzende Hannah Haußmann ermutigte die Absolventen zu träumen, an sich zu glauben und alles zu tun – nur nicht aufzugeben. Alles, was sie dafür brauchen, fanden sie in Tüten auf ihren Plätzen: einen Spiegel. „Ihr selbst seid der Schlüssel, das Zauberwort ‚Sesam, öffne dich!‘.” Foto: jl