Ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit stehen im Alltag oft vor besonderen Herausforderungen. Sie müssen Kultur- und Sprachbarrieren überwinden, vermitteln Kontakte zu Behörden, Ärzten und diversen Hilfsangeboten und weisen Wege zur Selbsthilfe auf. „Dies führt unweigerlich zu Missverständnissen und Überforderungssituationen durch falsche Erwartungen in die Funktion und Handlungsmöglichkeiten der Ehrenamtlichen. Während sich die Helferinnen und Helfer selbst häufig als „Begleitende” verstehen, werden sie von den Betroffenen, von Außenstehenden und Anlaufstellen oftmals als „Betreuende” angesehen”, erläutert Claudia Eckhardt von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe. „In den letzten Monaten haben wir darum zunehmend Belastungen bei den Engagierten in der Flüchtlingshilfe wahrgenommen. Deshalb haben wir zu unterstützenden Gesprächsterminen eingeladen.” Unter der kompetenten Leitung der Sozialpädagogin Birgit Schmidetzki und des Erziehungswissenschaftlers Daniel Pulte vom Fachdienst Beratungsstellen gab es für Ehrenamtliche in Rehburg-Loccum, Uchte, Stolzenau und Liebenau die Möglichkeit, ihre Arbeit zu reflektieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Gesprächsbedarf war immens und so unterschiedlich wie die begleiteten Familien, waren auch die Fragen und Probleme, um die es ging. „Zu den besonders gefragten Themen gehörten: Verständigungsprobleme, Hilfe in Krisensituationen, die Frage nach möglichen Anlaufstellen, die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und die Frage nach den Zuständigkeiten, der Verantwortung und den eigenen Grenzen”, reflektieren Schmidetzki und Pulte. Nun sind in Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen und dem Fachdienst Familie und Integration weitere Angebote vor Ort auf Anfrage geplant. Darüber hinaus bieten die Beratungsstellen montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr neben Beratungen für Kinder, Jugendliche und Eltern zu Erziehung, Familienkonflikten und Trennungsfragen auch ehrenamtlichen Helfern Unterstützung an. Telefonisch können Termine unter der Nummer (0 50 21) 967 676 vereinbart werden. Um Anfahrtswege zu verkürzen, können Termine auch in Hoya und Stolzenau verabredet werden. Außerdem bietet der Fachdienst dienstags von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr eine offene Sprechstunde an, für die keine Anmeldung erforderlich ist. Rückfragen zur Planung weiterer Reflektionsgespräche beantwortet Claudia Eckhardt unter (0 50 21) 967-606. Foto: p