Die verfrühte Feier hat die Grünkohlesser nicht gestört. Der stellvertretende Vorsitzende Willi Etzbach führte für den kurzfristig erkrankten langjährigen Vorsitzenden Rolf Everding durch den Abend und erhielt viel Beifall für seine Aussage, „dass der Sozialverband die Kosten für das schmackhafte Essen übernehmen will”. Zusätzlich gab es noch eine Jubiläumsrunde.
Der Grünkohlkönig des Vorjahres, Fritz Buschmeier, musste seine Königskette abgeben und erhielt von Willi Etzbach eine Erinnerungsnadel und einen Gutschein. Als Grünkohlkönigin des Jahres 2008 wurde Gerda Czirr, ein langjähriges Mitglied des Sozialverbandes, proklamiert. „Gerade in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs und der weltweiten Rezession müssen wir wieder alle näher zusammenrücken und für einen sozial ausgewogenen Staat streiten”, forderte der Kreisvorsitzende des Sozialverbandes, Helmut Laux. Er gab einen kurzen Rückblick auf die Sozialgeschichte in Deutschland. 1871 habe Bismarck den Sozialstaat ins Leben gerufen. Als einige Jahre später die Krankenversicherung, Unfallversicherung und die Alters- und Invaliditätsversicherung gegründet wurden, sei Deutschland „ein Pionier in Sachen Soziales” gewesen. Nach dem ersten Weltkrieg habe es tausende Verletzte und Hinterbliebene gegeben, die sich selbst helfen mussten, weil der Staat kaum noch Geld hatte. Hier seien die ersten Gedanken des Reichsbundes entstanden.
Die gegenwärtigen Schwierigkeiten des Sozialstaates seien in der hohen Arbeitslosigkeit und der Überalterung der Gesellschaft begründet, die eine Finanzierung erschweren. Ein weiterer Grund sei die Verteilung der Finanzen im Bundeshaushalt. „Die Perspektiven des Sozialstaates zur Sicherung und weiteren Ausbaus können nur neue Finanzierungswege ohne Kürzungen, Umgestaltung der Krankenversicherung sowie eine Bürgerversicherung sein”, so Laux. Der Kreisvorsitzende fordert, „dass der Gesetzgeber endlich aufhören muss, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen, denn die Armut in diesem unserem Lande nimmt ständig zu”. Allein 430.000 Rentner würden Zuschüsse zum Lebensunterhalt erhalten, weil die Rente nicht ausreicht. „Wer Milliarden den Banken in den Rachen werfen kann, wird wohl sein soziales Netz auch finanzieren können”, so Laux abschließend.
Willi Etzbach ehrte Helmut Laux für seine Verdienste um den Ortsverband mit der Ehrenkette des Sozialverbandes Bad Eilsen/Ahnsen. Zu späterer Stunde hatten die „Fünf Mafiosi aus Ahnsen” noch ihren Auftritt zur Melodie „Die Glocken von Rom” und sorgten für viel Gelächter.
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